Dharma im Alltag

Die meisten Praktizierenden bei uns im Westen leben als sogenannte Laien (d.h. sie sind keine Mönche und Nonnen) mit Familie und Beruf. Ihre Zeit für Studien und Praxis im Dharma ist dadurch eingeschränkt. Aber nicht ihre Motivation, den Weg zu gehen und zu verwirklichen! Deshalb ist es mir ein besonderes Anliegen, für meine Dharma-Freunde den Weg und die Methoden in einer Weise zu übermitteln, die für sie mit den Herausforderungen des ganz normalen Alltags in Einklang gebracht werden können. Das ist nicht leicht, da sich vieles zu widersprechen scheint. Aber die Lösung ist recht einfach: Ein Mindestmaß an täglicher Praxis stabilisiert die Kontinuität der Übung. Und der Alltag wird als wertvolles Übungsfeld angesehen. Er liefert ständig Herausforderungen, durch die jeder seine in der Praxis geübte Sicht prüfen und die Loslösung von alten Verhaltensmustern trainieren kann. Bald wird dadurch Erfolg sichtbar, der sich in mehr Geduld, Verständnis, Bereitschaft zur Konfliktlösung u.a. zeigt. Durch die geänderte Sicht verursacht man sich und anderen weniger Probleme und damit weniger Leiden. Und man gibt Stolz und Neid der Selbstbezogenheit mehr und mehr auf, wird offener, freudvoller, genügsamer, mitfühlender. Das sind bedeutende Entwicklungen auf dem Weg, die die Praxis anspornen.

Und dann ist es wichtig und hilfreich, das Feststehen auf dem Weg in diesem Leben als Ziel zu vermitteln, wie ich es oben auf der Seite "Dharma als Befreiungsweg" dargelegt habe. Das gibt Kraft und stärkt die Motivation in gesunder Weise.

Jeder kann bedeutende Schritte auf dem Weg verwirklichen. Es hängt nicht so sehr von den Lebensbedingungen ab. Vielmehr ist es eine Sache des rechten Willens, der der rechten Sicht entspringt. Stimmen die Motivation und die Sicht, wird die Praxis von Freude getragen und immer tieferes Verständnis öffnet sich.

Ein besonderer Anspron kann für Sangha-Mitglieder, die seit Langem praktizieren und den Weg mit ganzem Herzen gehen, die Möglichkeit sein, eine Laienordination zu erhalten. Deshalb haben wir im Dharma-Tor den buddhistischen Orden "Saddhamma Bodhiyana" ins Leben gerufen. Er stellt das Leben fest auf die Grundlage der Zufluchts-Gelübde, die fünf Silas, die Brahmavihara, den Edlen Achtfachen Pfad und die Entfaltung von Mitgefühl und Weisheit. Die Ordens-Regeln und bestimmte Texte werden an den Uposatha-Tagen rezitiert, wie es auch für Mönche und Nonnen üblich ist, und dadurch immer mehr verinnerlicht.

Der Buddha hatte außer seinem Orden für Mönche und Nonnen viele Laienanhänger, die den Weg mit voller Hingabe und mit entsprechenden Verpflichtungen gegangen sind. Er hat für sie unzählige Lehrreden gehalten und sie in der Praxis angeleitet. Und sehr viele von ihnen haben hohe Verwirklichungen und Befreiung erlangt. So können unsere Praktizierenden in der heutigen Zeit diesem Beispiel folgen. Das Leben damals und heute ist nicht schwerer oder leichter. Die Hoffnungen, Wünsche und Bedürfnisse sind dieselben. Probleme und Herausforderungen unterscheiden sich nur in ihren äußeren Ursachen und Erscheinungsformen.

 

Das Bodhiyana, die Einheit der Drei Yanas im Dharma-Tor, und die Bedeutung des Sangha sind in kurzer, übersichtlicher Form in der Bodhiyana-Webseite dargestellt:

www.bodhiyana.de

 

Die Webseite "Alltag und Spiritualität in Balance bringen" soll Hilfe und Anregung für Laien-Praktizierende geben:

www.buddha-mandala.com

 

Lebenskraft

 

Ani Karma Tsultrim